hftaskinstrumente8001

Hüftarthroskopie und arthrokopische Operationen

hueftaskuberblick
Instrumente, Spezialtisch, Röntgen-
gerät und Arthroskopieeinheit werden
für die Hüftarthroskopie benötigt
huftaskinstrumente205
Aufgrund der Lage des Gelenkes
müssen überlange Instrumente benutzt werden

Ausgerissene und verbrauchte Gelenklippe am Hüftgelenk

Glättung und Entfernung der abgerissenen Gelenklippe

Ergebnis nach Entfernung des verbrauchten Anteils - eine glatte Begrenzung des Hüftgelenkes

Schmerzen im Hüftgelenk können durch viele Erkrankungen verursacht werden.
Da viele dieser Erkrankungen / Verletzungen zu einer beschleunigten Entwicklung der Arthrose führen, ist hier eine frühe und rechtzeitige Behandlung notwendig.


Die Hüftarthroskopie wird ähnlich der bekannteren Kniearthroskopie durchgeführt. Kleine Schnitte werden verwendet, um eine Kamera und verschiedene Instrumente in das Hüftgelenk einzubringen. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zur Kniegelenksarthroskopie: ein spezieller OP Tisch ist notwendig und ein Röntgengerät muss installiert sein. Da es eine vergleichsweise junge und in Deutschland noch wenig verbreitete OP Methode ist, sollte eine sorgfältige Auswahl der Operateure erfolgen.
Die Hüftarthroskopie ist wertvoll und hilfreich bei der Erkennung und der Behandlung unter anderem folgender Erkrankungen:

  • Risse der Gelenklippe
  • Freie Gelenkkörper
  • Einklemmungen zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und der Gelenkpfanne (Acetabulum) - das sogenannte Femoro-Acetabuläre-Impingement (FAI)
  • Schleimhautwucherung

Vorbereitung

Nur eine ausführliche Anamnese (Befragung) und eine gute qualifizierte Untersuchung der Patienten weist dem Spezialisten die Richtung und ist wichtig, um Krankheiten, die in den Bereich der Hüfte ausstrahlen, aber eine andere Ursache haben, zu erkennen.

Neben Schmerzen berichten die Patienten, in Abhängigkeit von der Diagnose, häufig über eine eingeschränkte Beweglichkeit, über eine Steifigkeit, eine Blockierung, eine verminderte Leistungsfähigkeit, über Schwäche oder ein hörbares Klicken. Häufig wird der tiefe Hüftschmerz mit einer Hand außen oben an der Hüfte angezeigt.
Bei der Untersuchung der Patienten helfen spezielle Test (Drehen / Beugen, Abspreizen und Anspreizen der Hüfte) diese Erkrankungen zu erkennen.

Diagnostik

Die apparative Diagnostik beinhaltet Röntgenaufnahmen und je nach klinischer Untersuchung und Verdachtsdiagnose weitere Diagnostik (Computertomografie oder MRT).
Im Gegensatz zum Kniegelenk ist bei der MRT Untersuchung die Erkennungsquote relativ niedrig. Während im Kniegelenk bis zu 98% der Läsionen erkannt werden können, sind es am Hüftgelenk, gerade auch bei den schmerzhaften Veränderungen der Gelenklippe, zwischen 5 und 49%.
In schwierigen Fällen, in denen die Unterscheidung zwischen einer Erkrankung im Hüftgelenk und einer Erkrankung außerhalb des Gelenkes schwer fällt, hat sich die Punktion des Hüftgelenkes mit Einspritzen eines Medikamentes bewährt.

Operation

Die Operation ist eine Gelenkspiegelung (Schlüssellochchirurgie). Über 2-4 kleine Schnitte (5-10 mm) werden die Kamera und die Arbeitsgeräte eingebracht. Für eine Teil der Operation muss ihr Bein gestreckt werden, dazu benutzen wir einen speziellen Operationstisch. Um die Therapie exakt durchzuführen wird bei dieser Operation geröngt, um die Position der Instrumente zu kontrollieren und das Operationsergebnis darzustellen.
Im Regelfall wird im Anschluss an diese Operation ein kleiner Schlauch (Drainage) in Ihr Hüftgelenk eingelegt, dieser Schlauch wird nach 1-2 Tagen entfernt.

Nachbehandlung

Unmittelbar nach der Operation wird Ihnen im Regelfall erlaubt, mit voller Belastung aufzustehen. Natürlich richtet sich die Art der Nachbehandlung nach der Diagnose und der arthroskopischen Operation. Im Regelfall (bei Entfernung freier Gelenkkörper, bei Entfernung der Gelenkschleimhaut, bei Behandlung eines Risses der Gelenklippe ohne Naht) schließt sich rasch Physiotherapie und eine Gangschule an, zusätzlich werden Sie, wenn notwendig, in der Benutzung von Unterarmgehstützen unterichtet. Für 1-2 Wochen empfehlen wir, sportliche Aktivitäten und maximale Belastung auf ihr Hüftgelenk zu vermeiden.
Sollten jedoch größere Operationen oder knorpelstimulierende/knochenstimulierende Verfahren angewendet werden, ändert sich das Nachbehandlungsschema. So kann es zum Beispiel notwendig werden, dass nach Anbohrung einer Osteochondrosis dissecans (schlecht durchbluteter Bezirk) und einer Knorpelstimulationstechnik (Anfrischen des Herdes durch den Knorpel - chondropick) eine mehrwöchige Entlastung notwendig ist. Die voraussichtliche Nachbehandlung erfahren Sie vor der Operation, diese wird aber gegebenenfalls je nach angewendetem Verfahren dann modifiziert.


Erkrankungen

Labrumrisse (Risse der Gelenklippe)

Risse an der Gelenklippe sind von der Schulterchirurgie bekannt, dort werden sie seit Jahren operativ behandelt. Je nach Ursache, Ausdehnung, Alter wird dort eine Wiederanheftung (Naht) oder eine teilweise Entfernung (Resektion) des Labrum durchgeführt.

Da an der Hüfte ein Zusammenhang zwischen Rissen der Gelenklippe (Labrum) und dem vorzeitigen Auftreten einer Arthrose nachgewiesen wurde, rückte die (arthroskopische) Behandlung dieser Erkrankung in Spezialistenkreisen in den Vordergrund.
Diese Erkrankung kann durch einen Unfall in der Vergangenheit ausgelöst worden sein oder durch sportliche Aktivitäten, eine kleinen Unfall / Vertreten / Wegrutschen oder durch große Wiederholungen von bestimmten Bewegungen, vor allem übermäßige Beugung. Viele Patienten berichten Schmerzen oder ein Einklemmungsgefühl.

Einklemmungssyndrom - Femoro-Acetabuläre-Impingement (FAI)

Auch für das Einklemmungssyndrom (Einklemmung zwischen Oberschenkelknochen und Hüftpfanne) und den damit verbundenen Folgeschäden (Schädigung des Knorpels und des Knochens, Bildung von Extraknochen) ist die Entwicklung einer Arthrose beschrieben.
Bei der Hüftarhroskopie wird dann neben einer Glättung der geschädigten Strukturen vor allem eine Rekonturierung, also eine Remodellierung mit Formung eines normalen Oberschenkelknochens und einer normalen Gelenkpfanne vorgenommen.

Freie Gelenkkörper

Freie Gelenkkörper, unabhängig von Ihrer Entstehung, verursachen neben Schmerzen im Hüftgelenk auch Einklemmungserscheinungen und können so die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Da sie das Hüftgelenk schädigen können, erfolgt bei der Hüftarthroskopie die Entfernung dieser störenden Anteile.

Schleimhautwucherung (Synoviahypertrophie)
Schleimhautentzündung (Synovialitis)

Die Schleimhaut ist in Gelenken wichtig, kann aber, je nach Ursache der Krankheit, selbst einen krankhaften Prozess darstellen. Freie Gelenkkörper, Risse der Gelenklippe und Knorpelschädigungen können zur einer Schleimhautwucherung und zur einer Entzündung der Schleimhaut führen. Die Schleimhautwucherung kann zu Einklemmungserscheinungen führen, die Schleimhautentzündung zu chronischen Schmerzen und einer Schwellung des Gelenkes. Bei der Hüftgelenksarthroskopie wird dann mit entsprechenden Instrumenten diese Schleimhaut abgetragen und die Enden werden "verschorft", damit die Ausschüttung der Schmerzstoffe nicht mehr erfolgen kann.





Byrd JW. Hip arthroscopy. J Am Acad Orthop Surg. 2006;14:433-44.

Fitzgerald RH. Acetabular labrum tears. Diagnosis and treatment. Clin Orthop
Relat Res. 1995;311:60-8.
McCarthy JC, Noble PC, Schuck MR, Wright J, Lee J. The role of labral lesions
to development of early degenerative hip disease. Clin Orthop Relat Res. 2001;
393:25-37.

Ganz R, Parvizi J, Beck M, Leunig M, Notzli H, Siebenrock KA. Femoroacetab-
ular impingement: a cause for osteoarthritis of the hip. Clin Orthop Relat Res.
2003;417:112-20.